Dalmatiner-
und Labradorzucht "VOM KIRBACH" FCI
Zucht freundlicher Familienhunde
seit 1984
Gabriele Kadatz
Email (bitte mit Absenderadresse ) an:
vomkirbach@t-online.de
Hörtest ohne AEP-Untersuchung
Einführung: Ein- und beidseitiges Hören
Das Hören mit 2 gesunden Ohren erleichtert es Mensch und
Tier, die Richtung, aus der ein Geräusch kommt, festzustellen.
Der Schall trifft mit einer minimalen Zeitdifferenz auf das recht bzw.
linke Ohr, diese Zeitdifferenz dient dem Gehirn als Informationsquelle
für das sog. Richtungshören. Dazu kommen die Informationen , die
das Auge liefert (wo hat sich etwas bewegt) und gemachte Erfahrungen
( wer oder was macht welches Geräusch.? ) Das Gehirn verarbeitet diese Hinweise zu der Information
“Das Geräusch X kommt aus Richtung Y”
Eine besonders große biologische Bedeutung hat das Richtungshören für Mensch und Hund nicht.
Beim einseitigen Hören - wie es z.B. beim Dalmatiner
vorkommt - fehlt die Information über die Zeitdifferenz. Der Hund sucht
vermehrt
mit den Augen nach der Schallquelle, gemachte Erfahrungen helfen dabei. ( Das
erklärt auch, warum bei älteren Hund das einseitige Hören kaum noch auffällt.)
Über das Verhalten des Hundes - nämlich sofortiges
“Orten” der Schallquelle bzw. längeres Suchen mit den Augen ( bzw. Laufen in
die falsche Richtung
beim älteren Hund s. u.) kann die Fähigkeit zum beidseitigen Hören einwandfrei
getestet werden.
Voraussetzungen für das Testen des ein -oder beidseitigen Hörens beim Welpen
Die Untersuchung muß in einem Raum (z.B. Wohnzimmer mit
viereckigem Tisch) stattfinden, indem sich der Welpe wohl fühlt. (Keine Angst
vor der Situation zeigt). Außer dem Untersucher ( am besten der vertraute
Züchter) benötigt man 2, besser noch 3 Helfer.
Zum Untersuchungszeitpunkt muß darauf geachtet werden, daß keine optische oder
akustische Ablenkung (Geräusche, Bewegungen etc.) vorhanden ist.
Die Welpen müssen einzeln in den Raum gebracht werden. Dabei ist darauf zu achten,
sind. daß sie nicht müde sind (d.h. nicht aus dem Schlaf geholt worden sind oder gerade schlafen gehen wollen ) und auch nicht hyperaktiv sind.
Ab der 7. Lebenswoche sollte jeder Welpen mindestens an 3 Terminen getestet werden.
Die Untersuchung sollte an einem (Couch)Tisch stattfinden,
an jeder Seite (auf jeden Fall links und rechts vom Untersucher) sitzt ein
Helfer. (Möglichst seitlich im rechten Winkel) zu dem Welpen, der auf dem Schoß
des Untersuchers sitzt.![]()
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Versuchsanordnung:
Durchführung der Untersuchung
(Welpentest)
Eine Namensliste mit mindestens 3 Spalten für jeden Welpen wird vorbereitet, dort wird das Untersuchungsdatum und das Ergebnis (z.B. Plus- oder Minuszeichen, eventuell Fragezeichen) eingetragen.
Die Welpen werden einzeln geholt und auf den Schoß des Untersuchers gesetzt (deshalb eignet sich ein niedriger Tisch am besten) .Der 3. Helfer gegenüber versucht - z.B. durch eine Handbewegung- zu erreichen, daß der Welpe geradeaus guckt (diese Kopfhaltung ist wichtig, damit das Geräusch von der Seite auf das Ohr des Welpen trifft), oder der Untersucher hält den Kopf des Welpen ohne Zwang gerade).
Dann macht ein Helfer (links oder rechts) ein Geräusch ( am besten Tierlaute, auf die ein Hund instinktiv regiert) ca. 1-3 Sekunden lang. (Ohne sich zu bewegen!)
Beispiele: Miauauauaua..., quiiiiiik, quaaaaak, piiiiiiiep .......
Der beidseitig hörende Welpe guckt sofort in die richtige Richtung (aus der das Geräusch kommt).
Nach 1- 2 Minuten Pause wiederholt man diesen Vorgang von der anderen Seite, eventuell noch ein drittes Mal (es hat sich gezeigt, daß bei weiteren Wiederholungen das Interesse des Welpen nachläßt ). Auch kann man bei großen Würfen nicht alle hintereinander untersuchen, da die letzten schon schläfrig sind ( sie reagieren dann erfahrungsgemäß kaum noch).
Das Ergebnis dieses Tages wird auf dem Protokollbogen niedergeschrieben.
(Sucht der Welpe mit den Augen, guckt wiederholt in die falsche Richtung = minus ,guckt er immer sofort in die richtige Richtung = plus, ist man sich nicht ganz sicher = Fragezeichen.
Insgesamt müßten 3 Untersuchungstermine pro Welpen in einem Zeitraum von ca. 10 Tagen ausreichen, um zu einem sicheren Ergebnis zu kommen.
(Diese Untersuchung kann man auch mit Hilfe eines Kassettenradios mit 2 Lautsprechern
durchführen. Vorteil: Man benötigt nur einen Helfer, Nachteil: mehr technischer Aufwand)

2. Testen des Ein -und beidseitigen Hörens beim erwachsenen Hund
Voraussetzungen: Der Hund läßt sich von seinem Besitzer rufen ; 1 Helfer; 1 Versteck in der Mitte; 2 Verstecke rechts und links, ( z. B ein Haus mit einem Eingang, beide Hausecken rechts und links)
Durchführung: Der Helfer geht mit dem Hund in den Hauseingang (so, daß er seinen Besitzer sehen kann). Der Besitzer geht zur rechten Hausecke (Ca. 6 bis 10 m.) und lockt seine Hund leise. Wenn der Besitzer um die Ecke verschwunden ist, nimmt der Helfer den Hund zurück (so daß dieser nicht mehr wahrnehmen kann, was draußen vor sich geht). In dieser Zeit geht der Besitzer zur anderen Hausecke (am besten hinten um das Haus herum). Dann geht der Helfer mit dem Hund wieder zum Eingang, der Hund vermutet seinen Besitzer natürlich hinter der Ecke, wo er vorher verschwunden ist.( Darauf achten, daß der Hund auch hinter Herrchen her will...).
Dann ruft der Besitzer ununterbrochen seinen Hund von der anderen Ecke her. (Ohne daß er zu sehen ist!)
Der beidseitig hörende Hund startet kurz in die falsche Richtung, dreht dann ab in die Richtung, aus der er gerufen wird. Der einseitig hörende Hund läuft weiter in die „falsche“ Richtung....
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