Dalmatiner- und Labradorzucht
"VOM KIRBACH" FCI
Zucht freundlicher Familienhunde
seit 1984
Gabriele Kadatz
27245 Bahrenborstel Auf dem Sande 15
Email (bitte mit Absenderadresse ) an:
vomkirbach@t-online.de
Herzlich willkommen !

Dalmatiner-Rasse-Info: Der Rassestandard
Für alle Rassen wird eine international gültige Beschreibung erstellt, der
sog. "Standard". Zuständig dafür ist die internationale Dachorganisation FCI
( Federation Cynologique International) in Zusammenarbeit mit dem jeweiligen
"Heimatland" der Rasse.
Als Heimatland des Dalmatiners galt lange Jahre Jugoslawien, nach der
politischen Wende wurde der Dalmatiner Kroatien zugeordnet. Aus der Geschichte
der Rasse ist das verständlich, züchterische Heimat der Rasse - so wie sie
heute existiert - ist jedoch ohne Zweifel England.
Etwas langweilig zu lesen, doch der Standard ist das Maß aller Dinge in
der Rassehundezucht. Auf Ausstellungen wird nach dem Standard gerichtet; auch
die züchterische Arbeit sollte immer einen Hund vor Augen haben, der "dem
Standard möglichst nahe kommt". So ist diese Formulierung auch ein großes
Kompliment, wenn sie von einem Richter im Ausstellungsprotokoll benutzt wird.
Der erste Teil dieser Seite enthält den zur Zeit gültigen Standard. Im
zweiten Teil können Sie einige meiner Meinung nach wichtige Anmerkungen zu
diesem Thema finden.
| FCI-Standard Nr.
153/14.04.1999/D Ursprung: Dalmatien, kroatische Republik Patronat: F.C.I. Klassifikation FCI: Gruppe 6 Laufhunde,
Schweisshunde und verwandte Rassen Kurzer geschichtlicher Abriss: Die Herkunft
des Dalmatiners ist bis heute unklar und lediglich auf Vermutungen gestützt. Allgemeines Erscheinungsbild: Der Dalmatiner ist ein gut proportionierter, markant getupfter, kräftiger, muskulöser und lebhafter Hund. Er ist symmetrisch in seinen Umrissen, frei von Grobheiten und Schwerfälligkeiten und als früherer "coach dog" fähig, bei beträchtlicher Geschwindigkeit ausdauernd zu laufen. Wichtige Proportionen: Länge des Rumpfes : Widerristhöhe = ca. 10 : 9 Schädellänge : Fanglänge = 1:1 Verhalten/Charakter (Wesen): Angenehmes Wesen, freundlich, nicht scheu oder zurückhaltend, frei von Nervosität und Aggressivität Kopf: Ziemlich lang Hals: Der Hals soll ziemlich lang und schön gewölbt sein, er wird zum Kopf hin schmäler und weist keine lose Kehlhaut auf. Körper
Rute: Ungefähr bis zum Sprunggelenkhöcker reichend, kräftig am Ansatz und zur Spitze hin gleichmäßig dünner werdend, keinesfalls grob. Weder zu hoch noch zu tief angesetzt. In der Ruhe hängend, mit leichter Aufwärtsbiegung, im hinteren Drittel , in der Bewegung höher, etwas über der Rückenlinie, aber nie ganz aufgerichtet (fröhlich) oder geringelt getragen. Tupfen sind erwünscht. Gliedmassen Pfoten: Rund, fest, mit gut gewölbten Zehen (Katzenpfoten) und runden, zähen elastischen Ballen. Die Krallen sind schwarz oder weiss beim schwarz getupften Farbschlag, braun oder weiss beim braun getupften. Gangwerk: Völlig gelöster Bewegungsablauf und regelmässig kraftvolle, rhythmische Bewegung mit ausgreifendem Vortritt und gutem Schub aus der Hinterhand. Von hinten gesehen bewegen sich die Läufe parallel, die Hinterhand in der Spur der Vorderhand tretend. Kurze Schritte und paddelnde Bewegung sind fehlerhaft. Haarkleid Größe und Gewicht :
Die Ausgewogenheit aller Proportionen ist von hoher
Bedeutung.
Blauauge
Lemon Welpe mit Platte (Platte = bei der Geburt vorhandener Ausschließende Fehler Empfehlung
|
Mit den FCI-Standards anderer Rassen habe ich mich nicht weiter befaßt,
aber es ist sicher sehr ungewöhnlich, daß "Empfehlungen "
zur Zucht in einem FCI- Standard ausgesprochen werden.
Seit über 10 Jahren ist die "Angeborene Taubheit" durch amerikanische
Forschungsaktivitäten ein zentrales Thema für Dalmatinerzüchter
in allen Ländern
geworden. Leider haben diese Diskussionen zur Folge gehabt, daß eine im
Vergleich zu anderen Hunderassen sehr gesunde Rasse als zu "20 bis 30 Prozent"
"krank" beschrieben wird. In abgekürzter Form möchte ich hier die Argumente
darstellen, die meiner Meinung nach zu wenig berücksichtigt wurden:
o Es gibt über 40 Hunderassen, bei denen angeborene Taubheit vorkommt
(vorwiegend mit weißer Grundfarbe)
o Die Amerikaner, die Forschungsarbeiten zu diesem Thema weltweit publik gemacht
haben, haben auch mit blauäugigen Hunden gezüchtet. (Der Zusammenhang zwischen
Blauäugigkeit und Taubheit in einer Population gilt als gesichert)
o In der amerikanischen Dalmatinerpopulation ( jedenfalls die zur Forschung
verwandte Population) kommen beidseitige und einseitige taube Dalmatiner fast
doppelt so häufig vor wie bei europäischen Dalmatinern.
o Das wichtigste Argument: Seit über 100 Jahren findet kein nennenswerter
Genaustausch zwischen amerikanischen und europäischen - besonders deutschen -
Dalmatinern statt. Das in der Tierzucht jede Population für sich betrachtet
werden muß, ist an sich eine Selbstverständlichkeit.
Um so schlimmer, daß man immer wieder in der Presse - auch in
Fachzeitschriften- mit den amerikanischen Zahlen konfrontiert wird.!
Selbstverständlich bemühen sich Dalmatinerzüchter seit Jahrzehnten, das Auftreten von Taubheit zu vermeiden. Ob es gelingt, den Prozentsatz beidseitig tauber Hunde unter 3-4 Prozent (Prozentsatz in Europa) zu senken, erscheint mir aus verschiedenen Gründen sehr unwahrscheinlich- oder- wie eine bekannte englische Züchterin zu mir sagte "In hundred years perhaps..."
Zurück zum Standard: Bei Plattenhunden kommt Taubheit signifikant seltener
vor. Daher die Empfehlung, mit diesen Hunden zu züchten ( obwohl es sich um
einen "zuchtausschließenden Fehler" handelt ?!). Mir ist nicht bekannt, das seit
Gültigkeit des neuen Standards in Europa ein Zuchtversuch mit Plattenhunden
gemacht worden ist.
Die Formulierung "Hunde mit pigmentiertem Hodensack sollten bevorzugt werden"
ist meiner Meinung nach sehr kurios, jeder erfahrene Züchter weiß, daß Taubheit
sowohl auf hellen als auch auf stark gefleckten/pigmentierten Hunden vorkommt.
Eine andere interessante Formulierung betrifft das Gebiss: Ein heisses Thema bei
der Neuformulierung des Standards : was ist "vollständig" -ein Scherengebiss
oder ein Gebiss mit 42 Zähnen? (der Standard wird ja in verschiedenen Sprachen
verfaßt...)
Die deutschsprachigen Länder haben schon seit Jahren ein" vollständiges " = 42
Zähne Gebiss verlangt, andere Länder- an der Spitze England - tolerieren
fehlende Zähne großzügig. Diese Länder haben sich auch durchgesetzt, es heißt
nur "...anzustreben ist".
In Deutschland wird nach wie vor Vollzahnigkeit auf den Ausstellungen verlangt,
auch für die Zuchtzulassung ist es die Regel. Das bedeutet gleichzeitig für die
deutschen Züchter eine Einschränkung in der Auswahl der Rüden und auch Risiko
beim Import eines Welpen, z.B. aus England.